Alles zum Thema Finanzierung einer Weltreise

"Wie finanziert ihr das?"

Das ist die Frage, die einem meist relativ früh gestellt wird, nachdem man seinem Gegenüber seine Reisepläne offenbart hat. Oder aber auch Reaktionen wie: “Im Lotto gewonnen?” oder: “Naja, wer hat der kann…” oder: “Ich könnte mir das nicht leisten!”. Letzteres mag vielleicht stimmen, aber oft auch nur, weil die Prioritäten anders gesetzt sind. Wir versuchen hier ein paar Tipps aufzählen, die auch uns geholfen haben unser Reisebudget zusammenzukratzen.

1. Setze dir ein Ziel

Überlege dir zunächst wie lange du Reisen möchtest und wie viel Geld du dafür benötigt. Eine Backpackerfaustregel besagt: 1.000 Euro pro Monat, pro Person. Dies wird natürlich nicht auf jeden Reisestil und schon gar nicht auf jedes Reiseziel zutreffen, aber als grobe Richtlinie kann das durchaus ersteinmal herhalten. Wenn du zum Beispiel einen etwas gehobeneren Anspruch an deine Unterkunft hast, rechne lieber mit etwas mehr. Andererseits gibt es natürlich auch Menschen, die mit weitaus weniger zufrieden sind und dementsprechend mit weniger Geld auskommen. Auch gibt es teurere und günstigere Reiseziele. In vielen Ländern Südostasiens wird man zum Beispiel günstiger weg kommen, als in Australien oder Kanada.

2. Regel deine Finanzen

Verschaffe dir nun einen Überblick über deine Einnahmen und deine Ausgaben und schau was unterm Strich übrig bleibt. Simple Mathematik. Ist am Ende des Geldes noch zu viel Monat übrig, solltest du ganz grundlegend etwas ändern ;-). Im besten Fall ist das Ergebnis natürlich im Plus. Erstelle dir dazu am besten eine geeignete Übersicht – Du kannst hierzu auch gerne unsere Excel-Tabelle nutzen. Lege dir eventuell ein Sparkonto an, auf das du gleich am Monatsanfang eine feste Summe überweist, um nicht in Versuchung zu kommen, das Ersparte doch noch auszugeben. Wir haben nach unserem Entschluss eine Weltreise zu machen, ausgerechnet, wie viel Geld monatlich übrig bleiben muss, um unser gesetztes Sparziel für ein einjähriges Abenteuer zu erreichen. Am Monatsende mussten immer 625 Euro im Haben stehen, um nach 24 Monaten 15.000 Euro pro Person zur Verfügung zu haben. Sicherlich ein großer Batzen und man muss dazu sagen, dass wir beide keine Großverdiener waren, aber lies weiter.

3. Reduziert eure Fixkosten

Schaue dir an, für was du dein Geld ausgibst. Es gibt kosten, die sind jeden Monat ungefähr gleich. Miete, Strom, Telefon, Internet, Abos, Versicherungen und so weiter und sofort. Überleg dir, welche Fixkosten sich herunterschrauben lassen. Welche Versicherungen und Abos brauchst du wirklich? Gibt es günstigere Anbieter, die ähnliche Leistungen bieten oder lässt sich eventuell sogar komplett darauf verzichten? Bei wem es die Situation zulässt, kann sogar etwas bei der Miete einsparen und ein Zimmer untervermieten. Wir hatten zum Beispiel früher ein Auto, was man in Berlin definitiv nicht braucht. Nicht jeder Verzicht kommt für jeden in Frage – das ist klar. Aber bei fast jedem gibt es das Potential seine Fixkosten zu optimieren.

4. Raus mit dem Schrott

Nutze die Gelegenheit mal für eine gründliche Entrümpelung und werfe alles auf einen Haufen, was du für entbehrlich hältst. Alte Klamotten, die du eh nicht mehr anziehst. Technik, die du nicht mehr nutzt. Bücher, die in Regalen verstauben. Es ist natürlich mit etwas Aufwand verbunden, aber vieles lässt sich noch verkaufen. Ob auf dem Flomarkt, per online Anzeige oder auch im Bekanntenkreis – Da kommt schnell mal ein hübsches Sümmchen zusammen.

5. Kauft keinen neuen Schrott

Ihr kennt das: Man liegt auf dem Sofa, das Smartphone mit der Shopping-App in der Hand, denkt an nichts böses und auf einmal hat man Waren im Wert von 200 Euro im Einkaufswagen, die man schon iiiiimmer haben wollte. Manchmal gezielt – Manchmal aus Frust – Manchmal, weil man sich schon “lange” nichts mehr gegönnt hat – Manchmal aber auch nur aus Langeweile – Man kauft sich Dinge. Überlege dir in Zukunft bei jedem Kauf: Brauche ich das für meine Reise? Wenn ja, schlag zu! Wenn nicht, überlege ob das jetzt wirklich Sinn macht. Du kannst auch die Summe, die du dafür ausgeben würdest, in andere Einheiten umrechnen. 70 Euro für ein Videospiel oder für drei bis vier Nächte im Doppelzimmer auf Bali mit Frühstück? Vielleicht lässt es sich dann leichter entscheiden.

6. Mehr oder unterwegs arbeiten

Wer die Zeit und Energie dafür hat, kann sich einen Nebenjob suchen. Bist du schon mit deiner jetzigen Arbeit ausgelastet, frag doch mal ganz dreist nach einer Gehaltserhöhung. Vielleicht kommt es für dich ja auch in Frage von unterwegs aus zu arbeiten und so auf deiner Reise Geld zu verdienen. Ob nun dein bisheriger Job schon die Möglichkeit dazu bietet oder Work and Travel etwas für dich ist oder du sogar ein eigenes Onlinebusiness startest. Es gibt viele Möglichkeiten eine Weltreise zu finanzieren – Der Wille muss nur groß genug sein!

7. Spare kreativ

Second Hand! Das geht bei fast allen Sachen. Anstatt alles neu anzuschaffen, lieber gut erhaltene gebrauchte Sachen kaufen. Koche selbst, statt zu bestellen oder essen zu gehen. Nutze beim Einkaufen Rabatte und Angebote. Verzicht spart Geld, aber kann natürlich auch frustrieren. Vergiss daher nicht, dir auch mal was zu gönnen. Lass dir zum Geburtstag und zu Weihnachten Geld schenken oder Dinge für deine Reise, die du dir sonst selbst kaufen müsstest.