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Der schönste Nationalpark in Südafrika

Wieder auf uns allein gestellt

Bolle und Marco unterwegs gewesen. Klingt nicht viel. Aber irgendwie riss es ein Loch in unser Befinden, als wir die beiden am Flughafen in Upington zurück ließen. Woran lag es? Wir kannten uns vorher eher nur flüchtig und sind uns zwei oder drei Mal persönlich begegnet, aber irgendwas war diesmal anders.

Mag sein, dass es auch damit zusammen hing, dass wir nach Äthiopien etwas vorsichtiger und skeptischer Dinge angingen. Nun waren wir wieder auf uns gestellt und das Gefühl von Sicherheit war jetzt wieder deutlich kleiner. Aber dass es uns einige Tage derart aufs Gemüt drückte, war schon ungewöhnlich. Wir vermissten die beiden total.

Bolle und Marco von kommwirmachendaseinfach.de
#hatsichsoergeben

Ankunft im Mokala Nationalpark

Inzwischen waren wir, nun mit unserem eigenen Mietwagen, nach einer Nacht in Upington, weiter zum Mokala Nationalpark gefahren. Der Mokala ist der jüngste Nationalpark Südafrikas und wurde 2007 eingeweiht. Was uns am Haupteingang auffiel: Man wurde hier gründlich kontrolliert. Während man im Kgalagadi-Nationalpark nach der Anmeldung einfach durchfahren konnte, nahm man hier Vorder- und Rücksitze, den Kofferraum und sogar unser Gepäck genau unter die Lupe.

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Unser Mietwagen “Winnie”

Der wahrscheinlichste Grund, wurde uns später beim Blick in das Prospekt an der Rezeption unserer Safari-Lodge bewusst. Hier gibt es Breit- und Spitzmaulnashörner! Wie überall auf dem afrikanischen Kontinent, sind sie begehrte Ziele von Wilderern. Die Tiere werden ausschließlich wegen ihres Hornes gejagt und getötet. Vor allem chinesische Interessenten zahlen trotz aller Verbote und Bekämpfung höchste Preise auf dem Schwarzmarkt.

In der traditionellen chinesischen Medizin wird dem Horn eine angebliche Heilkraft nachgesagt. Und das, obwohl es aus dem selben Material, wie unsere Fingernägel besteht. Also, falls tatsächlich eine Wirkung nachgewiesen werden sollte, kaut bitte einfach eure Fingernägel!

Doch auch andere Beweggründe, haben vor allem das Spitzmaulnashorn an den Rand seiner Ausrottung gebracht. Im Jemen gilt es als Symbol der Männlichkeit, einen Dolch zu tragen, der aus dem Horn eines Spitzmaulnashorns gefertigt wurde.


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Ein Schwabbelhals im Abendlicht

Der Mokala-Nationalpark ist nicht sonderlich groß. Wenn man auf den Hauptwegen bleibt, schafft man das 275 Quadratkilometer große Gelände an einem Tag. Die Nebenstraße sind alle durchweg Allrad-Strecken. Unser neues Wägelchen war aber eher die Kategorie “Rentner-Kutsche” und leider nicht offroad-tauglich. Außerdem zählt der Mokala zu einem der unbekannteren Nationalparks. So waren wir auch die einzigen Gäste in unserer Lodge. Das Restaurant auf dem Gelände hatte bereits vor Jahren dicht gemacht, da es sich nicht rentierte. Schade eigentlich, denn der Park ist wunderschön. Hier war also Selbstverpflegung angesagt.


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Vor dem Abendessen nahmen wir uns noch einen kleinen fünf Kilometer langen Rundkurs mit dem Auto vor und waren begeistert. Das Abendlicht tauchte die goldgelbe Steppe in besonders warme Farben. Wir sichteten eine Elenantilope. Wir wussten da noch nicht, dass diese Antilopenart so hieß und nannten sie kurzer Hand Schwabbelhals. Das war äußerst treffend, wie wir fanden.

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Elenantilope oder auch “Schwabbelhals”

Generell: Hätten wir neue Tiere entdeckt und benannt, gäbe es in Lexika nun Beschreibungen zu Schwabbelhälsern, Kotkäfern, Hoden-Hörnchen, Unterwasser-Schwabbel und kriechenden Krümeln. Auf dem Rest der Runde sahen wir noch Kuh- und Pferdeantilopen, jede Menge Springböcke, Impalas, Steppenzebras und als unser persönliches Highlight Warzenschweine. Es ist immer wieder lustig anzusehen, wie sie mit aufgestellter Antenne über ihren Knackpopos Reißaus nehmen, nachdem sie einen gesehen haben. In der Ferne graste eine Herde afrikanischer Büffel im Licht der Abendsonne.


Impro-Curry

Zur Erinnerung: Hier gab es kein Restaurant. Der nächste Ort war über 60 Kilometer entfernt. Also musste man alles mitbringen, um sich in der eigenen Küche selbst zu verköstigen. Das wussten wir vorher, sodass wir bereits vorher einkaufen waren. Blöd nur, dass wir die Einkaufstasche in unserer letzten Unterkunft stehen gelassen hatten. In Upington! 415 Kilometer und vier einhalb Stunden entfernt.

So blieb uns nichts anderes übrig, als zu improvisieren. Da musste das Nashorn jetzt halt durch. Sorry, blöder Scherz. Nein, wir haben kein Wild erlegt! Glücklicherweise hatten wir noch an einem zweiten Supermarkt gehalten, um Dinge zu kaufen, die wir beim ersten Einkauf nicht bekommen hatten. Diese galt es nun streng zu rationieren.

verpflegung mokala nationalpark
Chris bereitet gerade das Abendessen vor

Zum Abendessen wurde ein Karotten-Zucchini-Curry mit Erdnussbutter und Instant-Kartoffelbrei gezaubert. Zum Frühstück gab es Obstsalat und Kekse. Es hätte uns schlechter treffen können und für zwei Nächte im Mokala Nationalpark reichte es. So blieben Nashörner und natürlich auch alle anderen Tiere verschont.

Kampf der Langhälse im Mokala Nationalpark

Der nächste Tag startete grau. Die Steppen, die am Vorabend noch so voller Leben waren, waren nun wie leer gefegt. Nur ganz vereinzelt sah man verschiedene Antilopen und Gazellen. Wir fuhren weiter hinein in den Park. Das Buschwerk am Wegesrand wurde dichter und machte Sichtungen deutlich schwieriger. Nur wenn sich das Dickicht etwas lichtete, sahen wir hier und da ein paar Tiere. Unter anderem gehörte ein Streifengnu, Perlhühner und Leierantilopen dazu.


Nach einer Weile, ohne neue spektakuläre Sichtungen, bewegte sich plötzlich etwas Großes hinter einem Baum. Giraffen! Es ist verblüffend, wie diese riesigen Tiere es immer wieder schaffen, wie aus dem Nichts zu erscheinen. Erst sahen wir nur eine, aber nach und nach kamen immer mehr Giraffen hinter den Bäumen hervor und schauten uns verdutzt an. Als sich die erste Skepsis gelegt hatte, gingen die meisten wieder ihrer Nahrungsaufnahme nach.


Zwei Bullen jedoch, hatten offensichtlich Wichtigeres zu klären. Höchstwahrscheinlich ging es um ein Weibchen. Denn beide holten immer und immer wieder mit ihren langen Hälsen elegant Schwung, um anschließend ihre Hörner mit unfassbarer Wucht gegen den Gegner zu schlagen. Selten sieht man etwas Brutales, das gleichzeitig aber auch irgendwie elegant wirkt.

Drei auf einen Streich

Am Vortag waren wir noch, kurz bevor das Tor zu unserer Lodge geschlossen wurde, an einem nicht weit entfernten Wasserloch. Doch bis auf ein Pärchen Wildgänse waren weit und breit keine Tiere zu sehen. Auch an diesem Tag entschieden wir uns kurz vor Schluss noch einmal beim Wasserloch vorbei zu schauen.

Große Hoffnungen machten wir uns nicht, aufgrund der gähnenden Leere vom Vortag nicht. Von Weitem sahen wir, dass auch heute nicht sonderlich viel los war. Offenbar hatten sich nur ganze drei Tiere am Wasserloch versammelt. Allerdings drei große dunkle Tiere. “Sind das Gnus? Oder Büffel?”, wir waren uns nicht sicher.

Zwei Nashörner auf der Flucht

Doch als wir dann näher kamen, waren wir plötzlich so euphorisch, als hätten wir im Lotto gewonnen: “Nein! Das sind Nashörner!!!!”. Drei auf einem Fleck! Zwei von ihnen ergriffen sofort die Flucht, als wir das Auto anhielten. Wer hätte gedacht, dass diese Kolosse so schnell rennen können! Das Dritte ging zunächst nur auf etwas auf Abstand und entfernte sich dann langsam.

Wir konnten sehen, welche Richtung es auf offenem Feld einschlug. Wir fuhren also direkt wieder Richtung Hauptstraße und nahmen den nächsten Parallelpfad. Und wir hatten Glück. Das Rhino stand nun direkt schräg vor uns neben der Straße. Dicht genug, um zu sehen, dass es sich um ein Breitmaulnashorn handelte. Etwas nervös machte es wieder ein paar ängstliche Schritte, um sich von uns zu entfernen. Als wir den Motor dann aber abstellten, entspannte es sich recht schnell und setzte genüsslich sein Abendessen fort.

Breitmaulnashorn

Nach vielen tollen Fotos trottete es schließlich davon. Es war nicht nur die Tatsache, dass wir gerade drei Nashörner gesichtet hatten. Das absolut Außergewöhnliche war, das außer uns niemand hier war. Den ganzen Tag sind wir insgesamt nur fünf anderen Fahrzeugen begegnet. Davon waren vier von Rangern.

Unser Fazit zum Mokala Nationalpark

Der Mokala ist vielleicht nicht der populärste Nationalpark Südafrikas, aber für uns auf jeden Fall einer der schönsten. Wir hatten hier eine wunderbare Zeit, voller einzigartiger Momente.

Von den Big Five konnten wir hier auch endlich das Nashorn abhaken. Auch, wenn wir es wirklich sehr genossen haben, den Park quasi für uns allein zu haben, hat er es definitiv nicht verdient, links liegen gelassen zu werden.

Die nächstgelegene Stadt ist Kimberley und hat einen Flughafen. Von hier aus erreicht man den Mokala nach circa 60 Minuten Fahrt. Von uns gibt es für diesen wirklich tollen Nationalpark, die wärmsten Empfehlungen.


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