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Ausflug zum Fun Park Ziarce - Naturbobbahn

Ab und zu muss man auch das Kind in einem rauslassen, bevor es Dummheiten macht. Wir fuhren also von unserer Unterkunft in Ružomberok in den Fun Park Žiarce für den Spaß der besonderen Sorte. Dort befindet sich unter anderem eine Naturbobbahn. Für alle, die nicht wissen, was eine Naturbobbahn ist: Auf einem Stahlrohr, ähnlich wie bei einer Achterbahn, sind einzelne bobförmige Gondeln eingehängt, in denen man, nur durch einen Hüftgurt gesichert, einen Abhang hinuntersaust.

Kurz nach unserem Eintreffen offenbarte sich uns das Ausmaß dieser Anlage. Bisher kannten wir so etwas nur in sehr überschaubarer und eher langweiliger Version, wie zum Beispiel auf dem Wolkenhain in Berlin. Hier wurde man jedoch 120 m auf einen 850 m Hohen Hügel gezogen und hatte dann freie Wahl, wie schnell man hinunter fahren möchte. Bis zu 45 km/h sind drin, was in den Kurven schon echt heftige G-Kräfte verursacht – Zur Erinnerung: Man ist nur durch einen Hüftgurt gesichert. Jeder von uns hatte zwei Fahrten gebucht. Es hat sau Spaß gemacht!

Ein kleiner Nachteil: Man kauft die Tickets zwar im Voraus, muss sich aber trotzdem für jede Fahrt neu anstellen. Das kann je nachdem, wie voll es ist, etwas Zeit in Anspruch nehmen. Gelohnt hat es sich alle Mal!

Slowakische Küche und alkoholfreier Kräuterlikör

Auf dem Rückweg fuhren wir noch zum Liptovská Mara, dem größten Stausee der Slowakei. Da wir leider keine Badesachen dabei hatten, blieb es bei einem kurzen Fußbad. Es war inzwischen Zeit für das Abendessen. Also legten wir einen weiteren Stopp an einem Restaurant ein. Es gab Bryndzové halušky, eine Art Spätzle mit Schafskäse und Speckwürfeln, das Nationalgericht der Slowakei und Makové šúľance, dicke Kartoffelnudeln, die mit Mohn und Zucker in Butter geschwenkt werden. Die Mohn-Nudeln sahen ehrlich gesagt ein bisschen wie ein Aschenbecher aus, aber waren köstlich. Wer auf Schafskäse steht, kann im Bryndzové halušky seinen Meister finden. Dazu gab es Kofola – das Nummer eins Konkurenzgetränk zu Coca-Cola und Pepsi in der Slowakei und in Tschechien. Das süße Erfrischungsgetränk, das eigentlich aus einem Sirup aus Koffeinüberschüssen aus der Kaffeeröstung besteht, erinnert geschmacklich irgendwie an alkoholfreien Kräuterlikör. Wir können uns die Ähnlichkeit aber auch nicht erklären.

Selbstverständlich nicht angetrunken, traten wir den Heimweg an.

Die Besteigung des Veľký Rozsutec in der Kleinen Fatra

Der nächste Morgen startete mit tief hängenden Wolken und mystischem Nebel. Heute wollten wir eine weitere Route meistern, die uns Karol aus Bratislava in unsere Wanderkarten-App gespeichert hatte. Wir sollten das erste Mal auf unserer Reise an unsere Grenzen kommen. Unser Tagesausflug sah einen 18 km langen Wanderweg mit ca. 1.000 m Höhenunterschied vor. 

Der erste Teil führte uns durch eine Schlucht, entlang an einem Gebirgsbach. Eine Ecke war schöner als die andere. Wir kamen kaum voran, da wir alle drei Schritte stehen bleiben mussten, um die Kamera zu zücken. Kein Wunder, dass andere Wanderer uns ständig überholten, wir jedoch nie jemanden. Aber die wollten ihre Route wahrscheinlich in der kalkulierten Zeit schaffen. Wir brauchen bei unseren Wanderungen immer Minimum 2 Stunden länger, da wir die Umgebung auch wirklich genießen wollen. Durch die Schlucht führten neben normalen Wegen auch Brücken, Treppen und Leitern, die teilweise direkt über Wasserfälle führten! Es war atemberaubend! Im nächsten Part ging es für uns durch den Wald, wobei der Weg spürbar steiler wurde. Die Wurzeln waren vom morgendlichen Nebel feucht und glitschig, sodass man tierisch aufpassen musste nicht auszurutschen. Angekommen auf einer Lichtung bot sich für uns der Blick auf den Veľký Rozsutec, ein 1.610 m hoher Berg – unser höchstes Etappen-Ziel an diesem Tag. Das Wetter war inzwischen bilderbuchmäßig. Der Nebel hatte sich verzogen. Es war nicht zu heiß, nicht zu kalt, die Sicht war jetzt wunderbar.

Der nun folgende Aufstieg war sehr anstrengend. Wir kommen ja nun aus eher flachen Gegenden Deutschlands und sind solche Steigungen einfach nicht gewohnt. Der Berg verlangte uns Anfängern einiges ab. Gerade kurz vor dem Gipfel musste jeder Schritt sorgfältig abgewogen werden. An einigen Stellen war kein Weg mehr vorhanden. Stattdessen mussten mehrere Meter kletternd überwunden werden, immer mit dem steilen Abgrund neben dran. Teilweise hing einem der Kackstift schon ganz schön in der Hose. Die Anstrengung war es aber allemal wert. Die Aussicht war unfassbar schön! Nach einer kurzen Mittagsstärkung, starteten wir den Abstieg.

Anstrengender Abstieg

Wir dachten, der Aufstieg wäre das schlimmste gewesen. Weit gefehlt! Für den Weg nach unten, wählten wir unwissentlich einen noch steileren Weg. Schritt für Schritt konnte man hier kaum sagen, weil es kein richtiger Weg war, den man hätte laufen können. Teilweise musste man sich auf seinen Hintern setzen, um den nächsten Absatz mit den Füßen zu erreichen. Steile Felskanten und rutschiger Schotter forderten ihren Tribut. Unten angekommen, spürten wir, dass unsere Beine, Arme und vor allem Knie am Limit waren. Allerdings hatten wir noch den Rückweg vor uns, der sich durch die vorherigen Strapazen etwas in die Länge zog. Es ging schließlich weiterhin bergab. Hinzu kam auch noch, dass unser Wasser schon längst aufgebraucht war.

Den Weg zurück durch den Wald hatten wir bald hinter uns, als wir endlich wieder auf den Bach trafen. Herrlich so ein schöner Schluck eiskaltes Bergwasser! Völlig fertig, aber mega stolz kamen wir wieder am Auto an. Es war unglaublich anstrengend, aber auch unglaublich schön! Dieses Gefühl, wenn du Abends im Bett liegst und dir alles weh tut, jedoch mit dem Wissen, richtig was geschafft zu haben, ist irgendwie total erfüllend